Bergensk

Bergensk spricht man in der westnorwegischen Stadt Bergen. Dieser Dialekt zeichnet sich durch seine Aussprache des /r/ und des kj-Lautes aus, während auf grammatikalischer Ebene vor allem das Wegfallen des weiblichen Geschlechts auffällt. Für Deutsche ist Bergensk oftmals leichter zu verstehen und auch einfacher auszusprechen als das Ostnorwegische rund um Oslo.

 

Kapitel 14 auf Bergensk

Kapitel 26 auf Bergensk

Kein gerolltes /r/

Das /r/ wird in Bergen, wie in vielen anderen westnorwegischen Dialekten nicht gerollt ausgesprochen, sondern als Zäpfchen-r ganz hinten im Mund, also in etwa wie im Deutschen oder im Französischen. Dies hat zur Folge, dass es auch keine retroflexen Konsonanten gibt, oder einfacher gesagt, /rd/, /rl/, /rn/, /rs/ und /rt/ verschmelzen nicht zu einem Laut, sondern werden getrennt gesprochen. Ebenso bemerkt man, dass /sl/ nicht wie in Oslo zu /sch+l/ wird, sondern wie /s+l/ gesprochen wird.

Kjære oder skjære?

Besonders auffällig ist die Aussprache des kj-Lauts, der im Standardnorwegischen wie das /ch/ in „ich“ ausgesprochen wird. Im Bergensk wird dieser Laut jedoch wie /sj/ oder /skj/ ausgesprochen, also als deutsches /sch/. „Kjøtt“ wird somit wie „schøtt“, „ikkje“ (die Dialekt- und Nynorskform für ikke) wie „ische“ ausgesprochen und „kjære“ (liebe/r) und „skjære“ (schneiden) hören sich gleich an. Der Zusammenfall der beiden Laute breitet sich auch in anderen norwegischen Dialekten aus. Dort ist diese Aussprache aber hauptsächlich unter Jugendlichen verbreitet.

Keine weiblichen Formen

Das Fehlen des weiblichen Geschlechts ist eines der Hauptmerkmale des Dialekts. Alle weiblichen Substantive werden wie männliche behandelt. „Buch“ heißt also nicht „ei bok, boka“, sondern „en bok, boken“.

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